Von 1874 bis heute - Die Schule

Eine erste Erwähnung einer Schule in Wasbüttel findet sich im Jahre 1649. Eine Schulchronik wurde ab 1874 geführt, über die Zeit davor weiß man nur wenig.

gebaeude wasbuettel schule um 1900

In der Chronik findet man Angaben über die jeweiligen Lehrer, ihre Aufgaben, ihr Gehalt, das Schulhaus mit Nebengebäuden und Gartenland, Schulgeld, Schulvisitationen, Stundenpläne, wiederkehrende und „bemerkenswerte Ereignisse im Leben der Schule“.

Sie ist gleichzeitig eine Chronik des Dorfes. Hier sind einige Beispiele:

„Am Mittwoch, den 27. Januar 1897 wurden die ersten fünf Straßenlaternenpfähle gegraben. Die Lampen brannten an diesem Abend zum ersten Male. Die Kosten für die Anschaffung und Unterhaltung sollen aus der Hundesteuer, die vor ca.2 Jahren eingeführt worden ist, gedeckt werden. Eine Lampe mit Pfahl kommt auf 19 Mark.“

„Mit der Schulstelle sind kirchliche Dienste verbunden,und zwar:

  • Der Lehrer hat in der Kapelle daselbst Sonntags Nachmittags eine Betstunde mit Gesang und Vorlesung einer Predigt zu halten hat, wobei jedoch der 3. Sonnt. herkömmlich ausfällt, und
  • den Glocken- und Uhrdienst in der Kapelle ohne Vergütung zu besorgen.“


„Im Mai 1903 wurde die Chaussee nach Isenbüttel endlich vollendet, auch in der Isenb. Feldmark.“

„Ende November 1904 wurde Wasbüttel an das Fernsprechnetz angeschlossen.“

„Im Jahre 1945 wurde der überfällige Schulofen auf unverantwortliche Weise durch einen Kachelofen ersetzt, den ein hiesiger Landwirt zum alten Eisen geworfen hatte. Mit diesem Bruchstück musste sich die Schule drei Jahre behelfen, ohne je ein warmes Zimmer bekommen zu haben. Jetzt endlich wurde ein Großraumofen für 260 Mark eingebaut, der den Heizansprüchen einer Klasse entspricht. Zum ersten Male empfinden Lehrer und Schüler die Annehmlichkeit einer gut geheizten Klasse.“

„Der 6. August 1951 brachte für die Schuljugend und für die Erwachsenen ein großes Preisschießen. Nach einem gemeinsamen Dorfessen, an dem sich 684 Personen beteiligten und das ein würdiges Zeugnis geschmackvoller Zusammenstellung der Speisen gab, rollte der Kindertanz ab, dem sich dann ein fröhliches Treiben bis in die Morgenstunden anschloß.“

„Nach Fertigstellung des Grundbaues der neuen Schule wurde am 27. September 1952 das Richtfest gefeiert. 121 Gäste waren geladen.“

„22.Januar 1954: Heute ist der Einweihungstag der neuen Schule. Der Chronist hat festgestellt, dass die alte Schule, die von der Realgemeinde mit 16000,- DM gekauft wurde, seit 1649 bestand.“

„1956: Der Gemeinderat genehmigte die Fertigstellung des im Rohbau schon eingebauten Dusch- und Baderaumes in der neuen Schule. Viele Einwohner des Dorfes drücken ihr Missfallen darüber aus und bezeichnen diese moderne Anlage als unnötig!“

1954 war die neue Schule bezogen worden, die wachsende Schülerzahl machte einen Erweiterungsbau nötig, der ab 1965 zur Verfügung stand.

Ab Ostern 1963 wurden die Kinder des 7. bis 9. Schuljahres an der Mittelpunktschule Isenbüttel unterrichtet.

Im Schuljahr 1965/66 besuchten 115 Kinder in den Klassen 1 bis 6 die Schule in Wasbüttel.

Im September 1967 zog der Schulleiter in das neu erbaute Lehrerwohnhaus ein.

Im Februar 1969 wurde der Turnboden bezogen. Kosten: 20.000 DM Baukosten, 3.200 DM für die Geräte.

Ab August 1969 wurden auch die 5. und 6. Klassen in Isenbüttel beschult. In Wasbüttel verblieben 66 Kinder.

Im Sommer 1973 beschloss der Schulzweckverband, dass die Grundschule Wasbüttel mit der Mittelpunktschule Isenbüttel organisatorisch vereinigt werden soll.

„Mit dem 1. Februar 1974 verliert die Wasbüttler Grundschule mit 81 Kindern, 2 Lehrkräften und 4 Klassenräumen nebst Gruppenraum und Gymnastikraum ihre Selbständigkeit.“

In den Folgejahren wurden in Wasbüttel jeweils zwei bis vier Klassen unterrichtet. Wasbüttel war zu einer Außenstelle der GS Isenbüttel geworden.

Als in mehreren aufeinander folgenden Jahren nur jeweils zwei Klassen in Wasbüttel unterrichtet wurden, kamen Überlegungen auf, alle Kinder in Isenbüttel zu unterrichten und die Schule Wasbüttel zu schließen. Dank steigender Schülerzahlen und sinkender Klassenfrequenzen wurden diese Überlegungen nicht Wirklichkeit. 1986 zog der Schulkindergarten in einen Raum der Schule Wasbüttel, damit waren wieder drei Räume belegt.

Nach der Zusammenlegung von Klassen im Jahre 1987, bei der es im Vorfeld zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den beteiligten Eltern, Kommunalpolitikern, Schulleitung und Bezirksregierung gekommen war und in deren Folge Isenbütteler Kinder in die Schule Wasbüttel gefahren werden mussten, wurde der Ruf nach einer eigenständigen Schule laut.

Verwirklicht wurde ein eigener Einzugsbereich für die Schule Wasbüttel, die jedoch weiterhin eine Außenstelle der Grundschule Isenbüttel blieb.

Die Schülerzahlen stiegen weiterhin, und seit dem 1. August 1994 gibt es wieder eine selbständige Schule in Wasbüttel.

War die Schule 1994 noch einzügig, d.h. eine Klasse pro Jahrgang, wurden 1995 und 1996 jeweils zwei 1. Klassen eingeschult. Als Folge wurde 1996 ein Anbau mit zwei Klassenräumen und einem Gruppenraum in Fertigbauweise errichtet. 6 Klassen wurden nun von 7 Lehrkräften unterrichtet.

1997 wurde die Sporthalle eingeweiht, der Turnboden wurde zum Multifunktionsraum.

1998 feierte die Schule ein Europafest.

Seit 1998 lernten 2 behinderte und 15 nicht behinderte Kinder in einer Integrationsklasse zusammen. Unterrichtet wurden diese Kinder von einem Lehrer der Grundschule und einer Förderschullehrerin.

Im Frühjahr und Sommer 1999 wurde der Schulhof nach den Plänen der Holunderschule naturnah umgestaltet.

Seit 1998 finden auf dem Turnboden der Schule regelmäßige Lehrerfortbildungen im Rahmen der Musikpädagogischen Werkstatt Gifhorn statt.

Im Dezember 1999 feierte die Schule zusammen mit dem Dorf „350 Jahre Schule in Wasbüttel“.

Im März 2001 führten alle Kinder der Grundschule das von einer Lehrerin selbst geschriebene Musical „Hast du Töne, Zedur?“ auf.

2002 fand der erste und 2003 der zweite Musiziertag statt.

Im Rahmen einer Kooperation wurde 2002 eine Klasse der Tagesbildungsstätte Gifhorn , einer Schule der Lebenshilfe für geistig behinderte Kinder, in der Grundschule Wasbüttel eingeschult.

2003 wurde innerhalb eines Pilotprojektes des Landes Niedersachsen eine Chorklasse eingeschult.

Im Juli 2004 präsentierten die Wasbütteler Grundschüler den Zirkus Fantastico.

Der dritte Musiziertag wurde 2005 zusammen mit dem Kindergarten und der Chorgemeinschaft durchgeführt.

Im März 2006 führten die Kinder der Grundschule das Musical „Tuishi pamoja“ in der Sporthalle auf. Im Juni präsentierten sie das Stück bei der Schultheaterwoche in Braunschweig.

Im Sommer 2006 werden das ehemalige Lehrerzimmer und der Flur zu einem allgemeinen Unterrichtsraum umgebaut.

Im September 2006, 2008, 2010, 2014 wird die Schule als Umweltschule in Europa ausgezeichnet.

Im Jahr 2010 wird die Grundschule Wasbüttel Offene Ganztagsschule. Die Kinder können von nun an an vier Wochentagen (Montag - Donnerstag) bis 15.45 Uhr in der Schule betreut werden. Kooperationspartner ist das DRK Isenbüttel und die Samtgemeinde Isenbüttel ermöglichte die Einführung und den Bestand durch Finanzierung.

Im Schuljahr 2014/15 sind alle Klassen der Schule Chorklassen und die Schule ist somit erste reine Chorklassenschule in Niedersachsen.

Im März 2014 wird das Musical: "Im Riff gehts rund" in der Turnhalle der Schule aufgeführt werden.